Gemüse grillen

Knackig, frisch, bunt und gesund. Gemüse hat alles, um den Grillspaß zu einem abwechslungsreichen und vitaminreichen Vergnügen werden zu lassen. Gegrilltes Gemüse erweckt ganz neue Geschmacksnuancen, da werden selbst Gemüseverächter wieder zu Liebhabern von Knolle und Co. Leichte Röstaromen unterstreichen den Eigengeschmack von Paprika, Zucchini und Co. Grillgemüse lässt sich zudem wunderbar kombinieren. Ob als Gemüsespieße oder Gemüsepfanne, zusammen mit Fleisch, Fisch oder sogar Obst. Auch mit frischen Kräutern oder Gewürzen muss beim Grillen nicht gespart werden. Scharfes Gemüse mit Chili, oder eher süß, mit Zucker oder Honig karamellisiert, die Vielfalt der Gemüserezepte und anderer Grillideen offenbart ein Reich unendlicher Möglichkeiten.

Was soll auf den Grill?

Welcher Schwierigkeitsgrad?

Bevorzugtes Grillgut?

Welche Geschmacksrichtung?

Irgendeine Besonderheit?

Bestimmte Zubereitungsart?

Vorhandenes Zubehör?

Gewünschte Vorbereitungszeit?

Wie lange soll gegrillt werden?

Wie viele Gäste?

Wie viel möchtest Du ausgeben?

Gemüse. Was ist das eigentlich?

Einen vagen Begriff von Gemüse hat jeder. Doch will man erklären, was genau das eigentlich ist, kommen selbst Botaniker ins Schleudern. Gerade die Abgrenzung zu Obst ist nämlich nicht immer eindeutig. Während man als Gemüse in der Regel einjährige Pflanzen oder Pflanzenteile bezeichnet, ist Obst meist mehrjährig. Bekannteste Ausnahme ist der Spargel, ein mehrjähriges Gemüse. Und während man Obst meistens roh verzehrt, wird Gemüse zubereitet und gewürzt. Ausnahme Gurken, Tomaten und Paprika.

Und die Melone? Botanisch gehört sie zu den Kürbisgewächsen, ist einjährig, also Gemüse. Wenn also bei der nächsten Grillparty jemand eine Wassermelone serviert, darfst Du Dich gerne für das Gemüse bedanken. Den Versuch Obst und Gemüse voneinander abzugrenzen könnte man endlos fortsetzen, man könnte aber auch einfach schon mal den Grill anschmeißen und dem lieben Gott danken, dass er essbare Pflanzen und Pflanzenteile geschaffen hat. Ob jetzt Obst oder Gemüse, ist doch Wurst.

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Was ist besser? Frisches oder tiefgekühltes Gemüse?

Gemüse wird besonders wegen seines Nährstoffgehaltes geschätzt. Doch wann genau ist der am höchsten? Erntefrisches Gemüse liegt hier weit vorne. Doch wer in seinem Garten nicht selber Gemüse anbaut, oder einen Bauern um die Ecke hat, bei dem er es einkaufen kann, ist gezwungen Kompromisse einzugehen. Frisches Gemüse verliert schon nach wenigen Tagen einen Großteil seiner Nährstoffe. Gemüse in den Supermarktregalen, das oft schon vor der Reife geerntet wurde und dann um den halben Globus transportiert wurde, hat schon eine Menge Vitamine verloren.

Da lohnt unter Umständen tatsächlich der Griff ins Tiefkühlregal. Dieses Gemüse wird zum Zeitpunkt der optimalen Reife geerntet und dann schockgefrostet. Der Vitamin- und Nährstoffverlust ist dabei sehr gering. Das Gute wird so im Gemüse konserviert. Beim Kauf von Tiefkühlware sollte man allerdings immer darauf achten, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind.

Wer also sein Gemüse nicht selber anbaut und innerhalb von ein oder zwei Tagen nach der Ernte genießt, der ist mit Tiefkühlgemüse tatsächlich besser bedient.

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Einfach, schnell und lecker. So grillst Du Gemüse richtig.

Längst haben auch Gemüseverächter entdeckt, dass man Grillgemüse alles andere als vom Tellerrand schieben muss. Und um leckeres Gemüse vom Grill zu zaubern, muss man keine komplizierten Rezepte umsetzen. Durch die Röstaromen, die beim Grillen entstehen, wird der Eigengeschmack des Gemüse wunderbar betont und man muss nicht viel dazu tun, damit es schmeckt. So lässt sich auch so ziemlich jedes Gemüse auf dem Grill zubereiten. Wenn man ein paar Dinge beachtet, klappt das immer:

  • Gemüse waschen und in grillgerechte Stücke schneiden, kurz über direkter Hitze garen, damit das Gemüse Röstaromen bekommt, dann in die indirekte Zone legen und weitergaren lassen. Mit der Zeit bekommt man ein Händchen dafür, wie lange welches Gemüse braucht. Länger als zehn Minuten dauert es selten.
  • Dicke Knollen, Maiskolben oder auch Kartoffeln sollte man eventuell zehn Minuten vorkochen, dann geht es auf dem Grill schneller.
  • Ob man das Gemüse würzt oder mariniert, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Oft reicht ein gutes Salz und ein paar frische Kräuter zum Würzen nach dem Grillen. Maiskolben kann man auch während des Grillens gut mit Chilibutter bestreichen. Champignons lassen sich sehr gut in einer Paste aus Olivenöl und frischen Kräutern marinieren.
  • Keine Angst vor ungewöhnlichen Gemüsesorten auf dem Grill. Auch Blumenkohl und Broccoli schmecken mit Röstaromen hervorragend.

 

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Jahreszeiten als BBQ-Kompass

Um beim Gemüse Grillen Rezepte sinnvoll auszuwählen, sind Jahreszeiten eine optimale Orientierung. Je nach Saison hält die Natur Grillgemüse bereit, um daraus raffinierte Mahlzeiten zu zaubern. Während Spargel den Gemüse Frühling einläutet, garantieren aromatische Tomaten als Sommergemüse unvergessliche Genussmomente und im Herbst lassen leckere Kürbisgerichte sowie Maiskolben das Barbecue Herz höherschlagen. Im Winter wird zu Kraut, Kohl oder Rüben gegriffen. Grillen nach Saison ist gesund, umweltfreundlich und lecker, weil Zutaten dank regionaler Verfügbarkeit nur kurze Transportwege erfordern und somit frischer sind.

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Welche Gemüsesorten sind zum Grillen geeignet?

Bevor Du loslegst, gilt es zu klären, welches Gemüse zum Grillen geeignet ist. Nicht alles, was das Beet beziehungsweise der Supermarkt hergibt, gelingt auf dem Rost. Doch wer glaubt, dass nach Zucchini, Aubergine und Paprika Schluss ist, hat sich gewaltig getäuscht. Die Vielfalt ist weitaus größer, denn sogar das königliche Gemüse Spargel, knackiger Brokkoli und Fenchel sind auf dem Grill bestens aufgehoben. Allerdings solltest Du die Zubereitung an die Festigkeit des Gemüses anpassen. Schließlich sind die Garzeiten teilweise sehr unterschiedlich. Um Dir die Vorbereitung für ein Grillgemüse Rezept zu erleichtern, haben wir die beliebtesten Sorten zum Grillen entsprechend sortiert und einen Mini-Ratgeber verfasst.

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Feste Gemüsesorten - Grillgemüse Gasgrill, Kugelgrill & Ofen

Möchtest Du beim Grillen Gemüse wie Kartoffeln, Maiskolben, Karotten oder Kohlrabi verwenden, solltest Du sie vorkochen beziehungsweise als Grillgemüse im Ofen vorgrillen. Ansonsten würde es eine gefühlte Ewigkeit dauern, bis feste Sorten verzehrfertig sind. Besitzt Du einen Gasgrill, kannst Du Grillgemüse mit mehr als 25 Minuten Garzeit erfolgreich grillen. Das Ergebnis sieht besser aus, als bei Grillgemüse aus dem Backofen und macht dank Rauchnote geschmacklich mehr her. Auch im Kugelgrill avanciert festes Gemüse aufgrund gleichmäßiger Zirkulation zum Hochgenuss. Ähnlich wie in einem Umluftofen wird es ohne Umdrehen rundum gegart.

Kartoffeln
Ob Du Kartoffeln vorkochst oder direkt auf den Grill legst, bleibt Dir überlassen und hängt davon ab, wie viel Zeit bleibt. Vorgegarte Kartoffeln sind beim Grillen natürlich schneller fertig. Alternativ packst Du sie in Alufolie und grillst sie direkt in der Glut als Folienkartoffeln oder auf dem Rost. Auch als Kartoffelspieße oder in Scheiben geschnitten, wird das Nachtschattengewächs zum kulinarischen Gedicht. Ein Highlight sind Fächerkartoffeln mit Salbei oder Rosmarin. Süßkartoffeln lassen sich als 0,5-Zentimeter-Scheiben in rund sechs Minuten von jeder Seite grillen oder in einer Grillpfanne bei geschlossenem Deckel zu Pommes verarbeiten. Klappt mit normalen Kartoffeln gleichermaßen.

Maiskolben
Maiskolben 20 Minuten kochen, mit Butter oder Öl bestreichen, 10-15 Minuten grillen und mehrmals wenden. Alternativ 30 Minuten in Wasser einlegen und als gegrilltes Gemüse auf dem Grill in 20-30 Minuten zubereiten.

Karotten
Super zackig sind zarte Möhren am Bund fertig. Zum Grillen längs halbieren, wenige Minuten kochen, abtrocknen, marinieren und knapp sechs Minuten unter Wenden grillen.

Kohlrabi
Schälen, in 1-2 Zentimeter dicke Scheiben schneiden, einfetten und 4-5 Minuten erst direkt sowie 7-10 Minuten am Rand des Rostes grillen.

Kürbis
Zum Zubereiten von Grillgemüse vom Blech ist der Kürbis als Fruchtgemüse wie gemacht. Hokkaido- und Butternuss-Kürbisse kannst Du im Ofen kurz vorbacken, damit es auf dem Grillrost zügiger geht. In schmale Spalten geschnitten, grillst Du das Herbstgemüse ohne Vorbacken.

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Zarte Gemüsesorten

Zarte Sorten, wie Brokkoli oder Fenchel, werden kurz blanchiert, um beim Grillen Zeit zu sparen.

Brokkoli, Blumenkohl und Fenchel
Brokkoli und Blumenkohl in Röschen schneiden, 3-5 Minuten in Salzwasser blanchieren, marinieren und von jeder Seite fünf Minuten (Blumenkohl) beziehungsweise 6-8 Minuten (Brokkoli) grillen. Knolle des Fenchels von grünen Stängeln befreien, in Scheiben schneiden, mit Öl bestreichen und 6-8 Minuten pro Seite grillen.

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Weiche Gemüsesorten

Folgendes Gemüse darf direkt auf den Grillrost:

Zucchini und Paprika
Zucchini werden mindestens halbiert, schneller gar sind sie aber als Scheiben. Letztere benötigen nur fünf Minuten von jeder Seite. Paprika halbieren, marinieren und 3-4 Minuten mit der Schnittfläche nach unten brutzeln.

Auberginen
Auberginen nehmen Marinaden sehr gut auf, weshalb Du an der Würze nicht sparen solltest. Öl und Pfeffer sowie Kräuter der Provence sind perfekte Begleiter. Rund vier Minuten auf jeder Seite bei einer Temperatur von 200°C reichen. Mit Auberginen kannst Du schicke Gemüsetaler zubereiten und beim Burger grillen als Fleischersatz platzieren. Einfach in zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden, mit Käse-Kräuter-Marinade grillen und genießen.

Spargel
Die Garzeit bei grünem Spargel ist kürzer. Entscheidest Du Dich für weißen Spargel, einfach einige Minuten mehr einplanen. Fünf bis zehn Minuten sind üblich. Zum Würzen ist unter anderem Bärlauch prädestiniert. Sehr fein schmeckt Spargel umwickelt mit rauchigem Schinken. Wer grillen vegan oder vegetarisch gestaltet, greift stattdessen zu Räuchertofu oder feinem Seitan als Fleischersatz.

Tomaten
Reife Tomaten schmecken vom Grill erstklassig. Wie Tomaten gegrillt werden, hängt von ihrer Größe ab. Cocktailtomaten sind für Spieße wie gemacht, normale Größen werden geviertelt in den Gemüsekorb gegeben und große Sorten sind zum Füllen da. Unser Rezept für gefüllte Fleischtomaten mit Schafskäse und Knoblauch zeigt, wie attraktiv Tomaten vom Grill sein können!

Avocado
Auch Avocado reiht sich als Fruchtgemüse in die Liste. Einfach halbieren, entkernen, mit Öl bestreichen und bei rund 170°C drei bis fünf Minuten mit der Schnittseite nach unten grillen.

Pilze
Marinieren, im Grillkorb oder der Grillschale vier Minuten grillen. Champignons nach Belieben füllen.

Zwiebeln und Lauch
Gegrillte Schalotten und abgeflachte Grillzwiebeln schmecken wunderbar und werden im Ganzen oder am Spieß gegrillt. Auch gegrillte Frühlingszwiebeln kommen gut an. Lauch längs halbieren, mit Öl bestreichen und pfeffern. 5-6 Minuten von jeder Seite grillen.

Chicorée und Radicchio
Diese beiden Sorten gelten ebenfalls als Gemüse und werden längs geviertelt und direkt auf den Rost beziehungsweise in den Gemüsekorb gelegt. Mit Chicorée und Radicchio kannst Du feinsten Grillgemüse Salat herstellen.

Und selbst hier ist noch kein Ende in Sicht, denn auch Wintergemüse wie Rosenkohl, Grünkohl, Rot- und Weißkraut sowie Artischocken und Sellerie vom Grill sind eine Gaumenfreude.

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Richtwerte für Gemüse-Garzeiten

SorteZubereitungGarzeit auf dem Grill
AuberginenScheiben6-8 Minuten
Zucchinilängs halbiert6-8 Minuten
Paprikahalbiert6-8 Minuten
Champignonsganz8-10 Minuten
Spargelgeschält8-10 Minuten
Maiskolbenmit Blättern, eingeweicht15-20 Minuten
Kartoffeln (groß)ganz, in Alufolie gewickelt50-60 Minuten

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