Hot Wings Contest: Und sie hören nicht auf zu lachen

Am 08. Oktober von Sandra Schröder in Grill-Events

Beim diesjährigen Ruhrpott BBQ Festival gab es neben viel Regen und Sturmwarnungen vor allem ein Event, das allen teilnehmden Menschen so einiges abforderte. Wir reden vom Hot Wings Contest. Veranstaltet vom Grillhersteller Napoleon mit dem grandiosen Grillmeister Jörg Päßler, unterstützt vom Ruhrpott-BBQ-Veranstalter Palm BBQ, von Don Marco’s Barbecue, von Sydney & Frances und von Dick Messer. Gefordert waren hier nicht nur das Schärfegrad-Aushaltungsvermögen der Wettbewerber, sondern vor allen Dingen auch die Lachmuskeln der Zuschauer.

Sind die Wings zu scharf, bist Du zu schwach!

Die acht Teilnehmer des Hot Wings Contest‘ mussten frisch gegrillte Chicken Wings essen, die in verschiedenen Schärfegraden serviert wurden. Die Scoville Skala wurde dabei langsam von unten nach oben erklommen. Das Motto hieß: Sind die Wings zu scharf, bist Du zu schwach! Und dann sitzen sie schließlich auf der Napoleon-Bühne und sind bereit für das, was da kommen sollte. Tatsächlich weiß aber wohl zu diesem Zeitpunkt noch niemand, was da kommen wird.

Nun mag sich der eine oder andere fragen, warum Menschen überhaupt an so einem Contest teilnehmen. Okay, es gibt was zu essen. Das ist ja eine gute Motivation. Allerdings führt so ein Scoville-Contest ja immer dazu, dass irgendwann die Geschmacksnerven nichts mehr wahrnehmen, sondern es einfach nur noch scharf ist, respektive brennt. Zudem kann dergleichen ernsthafte körperliche Beschwerden nach sich ziehen. Die Rettungssanitäter stehen auch hier in Rufweite. Aber bevor dieser Spielverderbermodus jetzt hier eine Fortsetzung findet, heißt es umschalten in den Lachmodus. Denn niemand anderes als Thomas Ramster betritt die Bühne.

Thomas Ramster am Mikrofon ist ein Erlebnis. Während er auf der Bühne auf und ab geht, erzählt er einen Kalauer nach dem anderen, vor allem die Sache mit der Camping-Toilette zieht sich wie eine Rolle Klopapier durch seine Erzählungen. Es dauert keine zwei Minuten und die Zuschauer schmeißen vor Lachen ihre Regenschirme weg. Thomas Ramster ist Chili-Experte, züchtet zuhause selbst ein paar hochgefährliche Sorten. Thomas Ramster ist auch der, der morgens schon Chili-Marmelade frühstückt, weil er sich dann den Zucker im Kaffee sparen kann. Schmeckt man eh nicht. Er weiß natürlich auch, was Frauen von Männern unterscheidet. Und er weiß ganz sicher, was Chilis im menschlichen Körper anrichten können. Und genau das lässt er die Contest-Teilnehmer mit sehr anschaulicher Rhetorik und ohne seine aufkeimende Schadenfreude zu verstecken wissen. Thomas Ramster beobachtet die Teilnehmer sehr genau, vor allem ihre Mimik, ihre Gesichtsfarbe, sucht nach Schweißperlen auf jeder Stirn, was er vorfindet, sind jedoch nur fröhlich lachende Wings-Esser. Die können vor Heiterkeit kaum kauen.

Stressmodus versus Lachmodus

Noch grillt Grillmeister Jörg Päßler entspannt seine Wings, mischt sein scharfes Sößchen, lässt die Wings darin baden und serviert dann den Hungrigen auf der Bühne die Herausforderung. Doch für die scheint das trotz zunehmender Schärfe noch nicht wirklich eine Herausforderung zu sein. Ob jetzt 10.000 oder 50.000 Scoville, dort oben auf der Bühne will man mehr. Mit Bezeichnungen wie „Kindergarten“ bringen sie den Grillmeister auf Trab. Und der trabt los, holt Tinkturen, Chilikerne, Pasten und mischt alles in seinem Zauberkessel zu einer höllischen Sauce.

Er serviert die heißen Flügel und erntet immer noch lachende Gesichter. Das ändert sich auch nicht beim Erreichen der 100.000-Scoville-Marke. Auch nicht bei 200.000. Auch nicht bei 500.000. Diese fröhlichen Gesichter da oben auf der Bühne wollen nicht weichen. Jörg Päßler gibt alles. In seinem Zauberkessel blubbert inzwischen eine dickflüssige Masse. Die Augen des Grillmeisters tränen im beißenden Dampf der pastösen Chilisauce.

Auch die Meister der scharfen Zunft, Elisabeth und Thomas Wieker von Sydney & Frances, schauen, was sie noch an Schärfemittel auftreiben können. Auf der Bühne entdeckt Moderator Thomas Ramster zwar die ersten Schweißperlen auf der Stirn eines Mitessenden, doch auch die tropfen schließlich auf lachende Wangenknochen. Es hilft nichts. Lachen scheint an diesem Samstagnachmittag das einzige zu sein, was die Schärfeexperten hervorzaubern können. Derweil probieren auch einige zweifelnde Zuschauer von den scharfen Wings. Schnell stellt sich jedoch heraus. Die sind scharf. Höllisch scharf.

Eine letzte Runde soll es sein. Die 1.000.000-Scoville-Marke ist überschritten. Inzwischen stecken die Veranstalter die Köpfe zusammen und überlegen einen neuen Schlachtplan. Alles, was auf dem Ruhrpott-BBQ-Gelände an scharfen Ingredienzien zu finden war, ist inzwischen in Jörgs Hexenkessel gelandet. Doch die tapferen Chili-Ritter auf der Bühne geben sich nicht geschlagen. Sie lecken sich sogar noch die Finger ab.

Derweil versucht Thomas Ramster noch eine letzte tückische Schlacht. Vor den Contest-Teilnehmern trinkt er ein kühles Bier. Er bietet es ihnen an, versichert den herausragenden Geschmack, sagt ihnen, sie können ruhig auch ein Bier trinken, nur wären sie dann leider ausgeschieden. Es hilft nichts. Alles, was er erntet, ist Gelächter. Sein Bier muss er alleine trinken. Er begutachtet noch die Lippen der Contestler, die inzwischen aussehen, als seien sie gebotoxt. Doch auch das Spiel mit der Eitelkeit gelingt nicht. Sie lachen und essen weiterhin fröhlich ihre Wings.

Schließlich müssen sich die Veranstalter geschlagen geben. Die komplette Munition ist verschossen. Alle haben gewonnen und alle werden reichlich beschenkt. Nicht zuletzt mit den Worten eines Jörg Päßlers: „Nächstes Jahr mach ich Euch fertig!“ Unter regennassem aber lautstarkem Jubel des Publikums verlassen die Sieger die Napoleon-Bühne. Lachend versteht sich.

Freuen wir uns also auf den Hot Wings Contest im nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: „Sind die Wings zu scharf, bist Du zu schwach!“

Noch mehr Lustiges vom Ruhrpott BBQ liest Du in unserer Story: Menschen und ihre Grillzange.

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