Tranchiert (4): Mit Bacon schmeckt alles besser

Am 21. November 2016 von Sandra Schröder in Kolumne

Ein Loblied

Würde jemand auf die Idee kommen, ein Loblied für die Griller zu kreieren, es würde darin nicht Feuer, nicht Glut, nicht Fleisch, nicht Wurst besungen. Das Lied, dass alle mitsängen, müsste eines über Bacon sein.

Bacon bleibt

Dem Sommer 2016 hat man einen Trend nachgesagt, den Bacon-Trend. Aber dieser Trend ist gar kein Trend, denn so ein Trend geht ja irgendwann vorbei. Bacon geht aber nicht vorbei. Bacon bleibt. Und zwar nicht auf den Hüften. Wer je den Grillern über die Schulter geschaut hat, wird sehr schnell festgestellt haben: Mit Bacon schmeckt alles besser. Alles wird in Bacon eingewickelt. Es werde Wickeldecken aus Bacon gewebt, mit Hackfleischfüllung entsteht daraus eine Bacon-Bomb. Du bist kein Griller, wenn Du sie noch nicht ausprobiert hast. Fleisch schmeckt dreimal so gut, wenn es in Bacon eingewickelt ist. Ein Burger ohne Bacon ist die beste Garantie dafür, ausgelacht zu werden. Gemüse, der gemeine Griller verteufelt das keineswegs, vorausgesetzt, es ist Bacon drin oder drum. Und der Salat wäre nur halb so knackig, wären nicht die knusprigen Baconstreifen darin. Wer jetzt meint, bei Süßspeisen, spätestens da hört es aber auf, der irrt. Marshmallows und Schokolade werden in Bacon eingewickelt. Ananas schmeckt nur wirklich wie Ananas, wenn sie in Bacon gewickelt ist. Alles, wirklich alles schmeckt mit Bacon einfach besser.

Bacon macht fröhlich

Es wäre längst Zeit für die Zulassung als Antidepressivum. Oder hat je jemand einen schlecht gelaunten Griller gesehen? Es kann nur am Bacon liegen. Bacon macht fröhlich. Mit Langzeitwirkung. Bacon ist die Droge der Grilljunkies. Man stelle sich vor, die Homöopathie stelle Bacon-Globuli her. Sie würden wirken wie einst der Spinat bei Popeye.

Mehr Fett!

Jahrelang von Ernährungswissenschaftler erzeugt: die Fettphobie. Fett macht dick, hieß es. Nicht Kalorien wurden gezählt, sondern Fettaugen. Lightprodukte begleitet von einer Vollkornbrotpolitik ergossen sich über die Verbraucher. Die glaubten den Unfug und wurden immer dicker. Spätestens seit Dr. Nicolai Worm wissen wir, dass wir gerade das Fett brauchen, um gesund und schlank zu sein. Sein Buch „Mehr Fett!“ ist eine Liebeserklärung an einen zu Unrecht verteufelten Nährstoff.

Das ist Liebe

Jeder Griller liebt Bacon. Ein Blick auf die zahlreichen Grillvideos offenbart sie. Das Einwickeln diverser Lebensmittel in Bacon wird zelebriert. Liebevoll wird er zurecht gelegt, behutsam glatt gestrichen, bevor er dann sorgsam um Hack, Fleisch oder Käse gelegt wird. Überhaupt Käse. Käse und Bacon, das ist eine Liaison, der niemand widerstehen kann.

Also ran an den Speck

Millionen Omas konnten nicht irren, als sie mit zentimeterdick Butter und fetten Speck die morgendliche Stulle dekorierten. Das brachte genug Energie, um ein ganzes Land neu aufzubauen. Wir müssen heute kein Land neu aufbauen, aber vielleicht müssen wir eines bewahren. Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse. Wir sollten diese grauen Mäuse zu einem echten Barbecue einladen. Wenn uns nur vorher noch jemand das Loblied komponieren würde.

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