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Meisen-Grill: Ein Camping-Gas-Kugelgrill, der Spaß macht

Am 27. Juli von Sandra Schröder in Grilltrends

Warum heißt der Eiffelturm Eiffelturm? Warum heißt der Dieselmotor Dieselmotor? Und warum heißen Röntgenstrahlen Röntgenstrahlen? Richtig. Neugierige, erfinderische und mutige Menschen gaben dem, was sie entdeckt, gebaut und erfunden haben, ihren Namen. Genau so geschah es dem Meisen-Grill. Benannt nach seinem Erfinder Gottfried Meisen, macht der kleine Camping-Gas-Kugelgrill nun zahlreiche Camper glücklich und satt.

Wie ein Löffel fliegen lernte

Meine Camping-Geschichte ist leider keine glückliche. Ohne die richtige Ausrüstung ist Camping fast immer ein Desaster – vor allem ein kulinarisches. Ein Gaskocher, ein oller Topf und dahinein kommt dann alles, was in Dosenform im Supermarkt erhältlich ist. Ich, durchaus gaumenverwöhntes Töchterchen aus einem Metzgerhaushalt, kam so irgendwann zu Jugendzeiten in den zweifelhaften Genuss meiner ersten Dosenravioli.

In meinen 20er-Jahren beim Campingurlaub in Schweden auf einem Stockholmer Campingplatz war ich mit ebenso erbärmlicher Ausrüstung unterwegs. In den ollen Topf kamen aber keine Ravioli, sondern irgendwas mit Suppe. Es war bereits spät am Abend und schon dunkel. Als ich mir einen Löffel Suppe in den Mund schieben wollte, dachte ich kurz: „Warum zappelt meine Suppe so?“ Mein kurzer Schrei und der Löffel flogen gleichzeitig durch die Stockholmer Nacht. Ich habe bis heute keine Ahnung, welches Getier sich da in meiner Suppe auf ein Bad eingelassen hat und den Löffel hab ich auch nie wiedergefunden. Ich weiß nur: Das war Camping zum Abgewöhnen.

Wie ein Koch ins Grübeln kommt

Gottfried Meisen ist leidenschaftlicher Camper, Motorradfahrer und Gernegriller. Leider ist das Grillen mit Holzkohle im öffentlichen Raum oder auf Campingplätzen oft nicht gestattet – so auch in Südfrankreich. Dort saß der gelernte Koch vor geraumer Zeit mal wieder vor seinem Kocher und fing an zu grübeln. Es musste doch möglich sein, auf so einem Kocher auch zu grillen. Das Ergebnis seiner Grübelei ist der nun nach ihm benannte Meisen-Grill.

Wie ein Gaskocher zum Kugelgrill wird

Der Meisen-Grill kommt im handlichen Karton bei mir an und ist schnell aufgebaut. Ein Thermometer hier, ein paar Schräubchen dort, noch den Deckelgriff montiert, schon ist der Grill einsatzbereit. Eine Gaskartusche braucht es auch noch. Dann aber kann es schon losgehen.

Das Besondere am Meisen-Grill ist der Flammenschutz, der über die Gasflamme, also in die Mitte des Grills gelegt wird. Dieser Flammenschutz sorgt dafür, dass sich die Hitze im Grill gleichmäßig verteilt und nichts verbrennt. Zusammengesetzt sieht der Grill dann so aus:

Kurzum: ein Gaskocher, eine Kugel mit Loch im Boden, ein Flammenschutz, ein Grillrost und ein Deckel. Klingt ganz simpel. Wie jede Erfindung, wenn sie denn erst einmal in der Welt ist.

Die Basis des Meisen-Grills ist ein handelsüblicher Gaskocher, der mit einer 220-Gramm-Butan-Gaskartusche betrieben wird. Vorne am Gerät ist ein Sicherheitsschalter, mit dem die Gaszufuhr an- und ausgeschaltet werden kann. Mit dem Drehknopf kann der Kocher dann entzündet (Piezozündung) und die Gaszufuhr reguliert werden.

Dank der Piezozündung ist der Meisen-Grill sicher und schnell gezündet. Ich zünde, mache den Deckel drauf und warte mal ab, wie schnell und wie heiß der Grill wird. Meine erste Mission heißt dann: Würstchen grillen. Die sind ja bekanntlich auf einem Campingplatz schon zum Frühstück ein Genuss.

Das Deckelthermometer zeigt eine Temperatur von 230 °C an. Ideale Temperatur also für die ersten Bratwürstchen. Die gelingen dann auch ziemlich gut. So sitze ich also auf meinem privaten Campingplatz hinterm Haus und lasse mir die ersten Würstchen schmecken.

Die Gaskartusche in so einem Campingkocher hält nicht ewig. Wer damit auf Reisen geht, sollte für ausreichend Nachschub sorgen. Wie lange das Grillvergnügen währt, ist von einigen Faktoren abhängig. Angenommen, der Grill wird nicht bei eisigen Temperaturen und Starkwinden benutzt, sondern bei typischem Campingwetter, also angenehmen Außentemperaturen, und auch nicht die ganze Zeit mit voller Power betrieben, dann hält so eine Gaskartusche circa eine bis anderthalb Stunden.

Der Meisen-Grill macht mir schon jetzt richtig Spaß und irgendwie auch wieder Lust auf Camping, beziehungsweise auf’s Zelten. Ich mag die beim Zelten notwendige Reduzierung auf das Wesentliche: Schlafen, Chillen, Lagerfeuer (da, wo erlaubt) und gutes Essen. Auf Letzteres würde ich heute nicht mehr verzichten wollen. Mich tagelang von Dosenfutter oder Tütensuppen zu ernähren, wäre für mich ein No-go.

Wie es sein könnte

Zeltreißverschluss auf. Vogelgezwitscher, frühe Sonnenstrahlen und Baconduft. Jemand fragt: „Zwei oder drei Eier?“ Ich antworte: „Vier, wenn Du auch eins willst.“ Zeltreißverschluss wieder zu. Weiter träumen.

Wie es wirklich war

Mein letztes Zeltabenteuer ist vielleicht sieben oder acht Jahre her. Es war Pfingsten und die Nacht eisig. Ich metamorphosierte in meinem Zelt wechselweise vom Klapperfrosch zum Zitteraal. Als ich morgens meine Rentier-Nase aus dem Zelt steckt, lag Schnee. Die „Stadt der tausend Feuer“ machte an diesem Tag ihrem Namen keine Ehre. Aber wer zeltet auch schon in Gelsenkirchen? Kein Feuer nirgends. Nicht mal am Grill, der blieb auch aus. Das einzige Ziel nach dieser Nacht: nach Hause.

Was immer hilft

Hätte ich in den zurückliegenden Jahrzehnten bei meinen Campingaktivitäten einen Meisen-Grill gehabt, hätte ich zwar das Wetter nicht steuern und wahrscheinlich auch keine Krabbeltiere aus meiner Suppe fernhalten können, aber ich hätte viel öfter Heidelbeer-Marshmallow-Spieße machen können.

Wer in den Sommermonaten eine Campingtour unternimmt, findet in den Wäldern zahlreiche leicht zu plündernde Beerensträucher. Aber bitte nur die mitnehmen, die eindeutig zu identifizieren sind. Zusammen mit Mini-Marshmallow auf Spieße stecken, mit Honig beträufeln und kurz angrillen, nur so lange, bis die Marshmallow zarte Röstaromen haben – dann genießen.

Die Vorteile des Meisen-Grills

  • kinderleicht aufzubauen
  • Betrieb mit einem handelsüblichen Camping-Gaskocher
  • tragbar und wiegt nur 4,5 kg
  • Grillrost mit 34 Zentimeter Durchmesser
  • macht Grillen dort möglich, wo das Grillen mit Holzkohle nicht erlaubt ist
  • Piezozündung
  • Räuchern durch wendbaren Flammenschutz möglich
  • Dampfgaren durch wendbaren Flammenschutz möglich
  • 2,2 kW starker Brenner
  • leicht zu reinigen

Wie Du Rauchzeichen gibst

Wie funktional der kleine Meisen-Grill tatsächlich ist, merkst Du dann, wenn Du in Not gerätst. Er kann nämlich auch Rauchzeichen geben. Sollte Deine Not allein darin bestehen, mal wieder Hunger auf etwas Geräuchertes zu haben, dann dreh den Flammenschutz einfach um, leg ein paar Räucherchips hinein und warte ab.

Es dauert nicht lange und die Chips entzünden sich. Wenn das nicht geradezu dazu auffordert, einen frisch gefangenen Fisch auf den Rost zu legen. So wird der Meisen-Grill also auch zum perfekten Angler-Grill. Wenn Du statt der Räucherchips Wasser in den umgedrehten Flammenschutz gibst, wird der Grill sogar zum Dampfgarer. Ideal zum Gemüsegaren oder auch zum Brötchen aufbacken.

Wie der Meisen-Grill zu Dir kommt

Der praktische Meisen-Grill wird heute von Activa-Grill vertrieben. Dort kannst Du ihn Dir bequem online nach Hause bestellen. Bitte beachte: die Gaskartuschen sind nicht im Lieferumfang enthalten, die musst Du extra bestellen.

Wie mein Fazit lautet

Mir hat der Meisen-Grill sehr viel Spaß gemacht. Ich hab ja sowieso ein Faible für kleine funktionale Grills, und in diese Riege fügt sich der Meisen-Grill perfekt ein. Er hat mich nun außerdem dazu gebracht, mir meine gesammelten Camping-Erfahrungen ins Gedächnis zu rufen. Das waren zwar nicht immer die erfreulichsten, aber genau diese kleinen Katastrophen, über die man später herzlichen lachen kann, erinnert man ja immer am besten.

Ich hab jetzt wieder Lust aufs Campen und Zelten bekommen. Und der Meisen-Grill wäre ein Begleiter, den ich auf jeden Fall mitnehmen würde.

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