Typische Anfängerfehler beim Grillen

An einem Freitagnachmittag, an dem für das Wochenende bestes Wetter angekündigt ist, staut sich die Kundschaft bei den richtig guten Metzgereien häufig bis raus auf die Straße. Die Menschen haben Grilllust und durch die Gärten und Parks wird wieder der Duft leckerer Steaks und Bratwürstchen wehen. Damit das auch perfekt gelingt, solltest Du Fehler vermeiden. Wir haben uns mal umgeschaut und ein paar typische Anfängerfehler entdeckt.

1. Grillgut-Perforierer

Sie gehört zu jedem „Super-Duper-Grillset“, das du häufig beim Kauf von Bierkisten dazubekommst: die Grillgabel mit den langen Zinken. Benutz sie zum Spaghetti-Essen, als Pflanzstock für Tomaten oder auch als Rückenkratzer. Aber nicht, um damit in die Nähe von Grillfleisch zu kommen. Denn jeder Stich mit der Gabel hinterlässt natürlich ein Loch und das tut dem Fleisch nicht gut. Benutze lieber eine ordentliche Grillzange zum Wenden.

2. Ölige Angelegenheiten

Beim Metzger gibt es gute marinierte Steaks. Wer jedoch diese Einheitsmarinaden satt hat, macht seine Marinade selbst und sucht sich aus den unzähligen Netzrezepten ein eigenes heraus. Für die Marinaden solltest Du Raps- oder Sonnenblumenöl verwenden, denen macht die große Hitze auf dem Grill nichts aus. Kaltgepresste Öle sind dafür ungeeignet. Bevor Du die Steaks auf den Grill legst, solltest Du sie gut abtupfen und überschüssige Marinade entfernen, die kann sonst in die Glut tropfen und einen Fettbrand verursachen.

3. Grill-Langeweile

Wir verstehen schon. Als Grill-Fan neigt man gerne dazu, immer nach der Maxime „never change a winning Team“ zu verfahren. Das hat für Dich natürlich den immensen Vorteil, dass jede Deiner Grillpartys zumindest eine kleine Erfolgsgarantie hat. Allerdings: Immer nur heimischer Schwenker samt Steak und Würstchen ist auch gegrillte Langeweile. Dabei gibt es ja rund um den Rost gute Food- und Location-Trends, die du durchaus mal ausprobieren solltest. Wie wäre es einfach mal mit Rotisserie, wo das Grillgut auf dem Spieß rotiert, statt dem Grillrost? Oder auch mal reine Gemüsespieße aufzulegen? Und muss es immer im eigenen Garten sein? Parks gibt’s in jeder größeren Stadt, Grillen ist oft erlaubt. Und: Selbst wenn Dir all diese Veränderungen nicht zusagen, kannst Du wenigstens von Dir behaupten, mal etwas Neues ausprobiert zu haben.

4. Ablöschen

Ablöschen von entstehenden Flammen ist etwas, das in der Theorie ziemlich einleuchtend klingt, in der Praxis aber nicht immer ratsam ist. Das leider weit verbreitete Ablöschen mit Bier, ist nicht aus der Welt zu kriegen. Natürlich kannst Du damit entstehende Flammen löschen, dafür ist das Bier aber eigentlich zu schade, außerdem löscht es auch die Kohlen. Du solltest allerdings kein kaltes Bier über ein heißes Steak gießen. Das schockkühlt die Fleischoberfläche, wäscht Gewürze und Röstaromen ab und wirbelt außerdem noch Glut- und Aschepartikel auf, die sich dann auf Deinem Steak niederlassen. Biergeschmack kriegst Du so nicht an Dein Steak. Und mal ehrlich: Warum soll denn ein Steak nach Bier schmecken?

5. Schnell, schnell

Barbecue steht für Entschleunigung und eine entspannte Zeit mit Freunden und gutem Essen. Schon den Grill korrekt anzuzünden, braucht seine Zeit. Leider verfallen viele Grillgastgeber irgendwann in Hektik. Dann legen sie das Grillgut auf den viel zu heißen Grill oder auf den noch nicht wirklich heißen Grill. Beides sorgt nicht für für perfekt Gegrilltes. Damit alles gelingt, gerade dann, wenn man unsicher ist beim Bewirten mehrerer Gäste, ist eine gute Planung des Grillevents unerlässlich. Das fängt beim Einkaufen an, geht über die notwendigen Vorbereitungen bis hin zum Servieren der Köstlichkeiten.

Ruhe und Muße sind die wichtigsten Zutaten beim Grillen. Jedes gut gegrillte Steak braucht zunächst Zeit, um auf Raumtemperatur zu kommen, anschließend wird es kurz und heiß gegrillt, um dann wieder in Ruhe gelassen zu werden. Vor dem Servieren sollte es immer vier oder fünf Minuten in der indirekten Zone des Grill garziehen können. So wird das Steak viel saftiger.

6. Fleischkarussell

Entschleunigung beim Grillen gilt jedoch nicht nur für den Griller, sondern ebenso für das Grillgut. Karusselfahren mag das nämlich nicht. Heißt, bitte nicht ständig drehen und wenden. Sorge lieber dafür, dass der Grill nicht zu heiß ist, besser noch, dass Du zwei Zonen (indirekt und direkt) hast, mit denen Du das Grillgut zum perfekten Gargrad bringst, ohne, dass etwas anbrennt.

7. Holzmüllverbrennungsanlage

Achte auf das, was unter den Rost kommt. Leider wird zur Herstellung von Holzkohle sehr oft Tropenholz verwendet. Das kann jedoch sehr leicht vermieden werden, wenn man sich die Verpackung der Kohle mal genauer anschaut. Dort steht nämlich verzeichnet, welches Holz verwendet wurde. Auch wenn Du mit Holz grillen willst, solltest Du darauf achten, was Du verwendest. Nadelhölzer enthalten meist sehr viel Harz, diesen bitteren Geschmack nimmt auch Dein Grillgut auf. Auch Bauholz oder was man sonst so zuhause noch findet, hat nichts unter dem Grillrost zu suchen. So lange Du nicht sicherstellen kannst, dass das Holz chemisch unbehandelt und einwandfrei ist, lass die Finger davon.

Was auch immer Du tust am Grill, tu es mit Muße und guter Planung. Dann kann eigentlich nicht so viel schiefgehen. Und wenn doch etwas mal nicht gelingt, dann sei Dir gewiss: Auch Grillmeister fallen nicht vom Himmel.

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